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| Wanderinsel Tilos |
| Tilos | |
| Geschrieben von: Klaus Frei | |
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Noch vor zehn Jahren entstiegen den grossen Fähren in den winzigen Häfen von Sikinos,Serifos, Sifnos, Astypalea, Folegandros, Tilos höchstens einige wenige Reisende, die sich oft alleine am Quai widerfanden, nachdem die Fähre abgelegt hatte und sich etwas hilflos nach einer Unterkunft umschauten. Die meisten dieser Inseln sind auch heute noch nicht per Flugzeug zu erreichen. Dem modernen Tourismus konnten sie aber dennoch nicht entkommen.
Früher waren Gäste seltenEine davon, und wegen ihrer Ruhe und Vielfältigkeit bekannt, ist die Insel Tilos. Sie liegt etwa in der Mitte zwischen den im Sommer pulsierenden Touristenzentren Rhodos und Kos. Fuhr die Fähre vor zwei Jahrzehnten in den winzigen Hafen von Tilos ein, standen nur ein paar ältere Leute am Pier,um die seltenen Gäste willkommen zu heissen und ihnen günstige und saubere Zimmer anzubieten. Gegessen wurde bei Maria, direkt am Meer. Gegrillter Fisch und harziger Wein. Fleisch gabs kaum, ausser jemand hatte ein Zicklein oder ein Schaf geschlachtet. Oft schon am frühen Abend, kehrte Ruhe ein, höchstens unterbrochen von einer Fähre, die mitten in der Nacht auf ihrer langen Reise, wie eine riesiges, seltsames Tier in den Hafen einlief, um ihn sogleich wieder zu verlassen.
Gegessen wurde bei Maria, direkt am Meer. Gegrillter Fisch und harziger Wein. Fleisch gabs kaum, ausser jemand hatte ein Zicklein oder ein Schaf geschlachtet. Oft schon am frühen Abend, kehrte Ruhe ein, höchstens unterbrochen von einer Fähre, die mitten in der Nacht auf ihrer langen Reise, wie eine riesiges, seltsames Tier in den Hafen einlief, um ihn sogleich wieder zu verlassen. Zwanzig Jahre später zeigt sich die Insel verändert. Am Hafenquai warten kleine, mit Hotel und Pensionsnamen angeschriebene Busse. Die Stimmung ist, wenn auch immer noch ruhig, doch um einiges hektischer und am Hang zur Rechten stehen, weiss leuchtend, neue Hotels und Pensionen. Neue Strasse führt ins NichtsWer die Insel heute besucht, findet zwar immer noch Ruhe, doch mit Hilfe der EU Gelder hat sich auch auf Tilos einiges verändert. Gab es vor kurzem nur eine einzige Strasse, die den Hafenort Livadia mit Megalo Horio und dem Strand Eristos verband, windet sich heute ein Asphaltwurm zum Berg Agios Nikolaos. Fährt man darauf, um zu erkunden, wohin einem das Werk der Strassen bauer führt, endet man im Nichts.
Auch die Gruppe fahrender Händler, welche die Fähre aus Piräus ausspuckt, weiss nicht viel damit anzufangen. Von Weiler zu Weiler fahrend, versuchen sie ihre Waren zu verkaufen. Besen, Pfannen, Stühle und allerlei andere Dinge für den Haushalt, die sie auf drei Autos transportieren. Eine neue Strasse wäre für sie ideal. Doch wo nichts ist, lässt sich auch nichts verkaufen.
Auch entlang der neuen Strasse stehen nämlich weder Häuser noch wachsen Wiesen, grast weder Schaf noch Kuh und reckt sich kein Baum in die Höhe. Unweigerlich fragt man sich selbst erstaunt: Was soll das? Fast sieht es so aus, als hätte da jemand Geld im Übermass zu verteilen gehabt. Auch der am Strassenrand liegen gelassene Laster und die im Dorf vergessenen, für die Insel überdimensional erscheinenden Bagger, bestätigen diesen Eindruck.
Und doch: Zuklagen gibt es für Leute, welche die Insel zum Wandern besuchen, aber auch heute wenig. Zwar müssen sie ab und zu eine Strasse überqueren, aber noch immer finden sich entlang der Küste und in den Hügeln viele, romanti sche Wege mit herrlichem Ausblick aufs Meer
Touristen im AnmarschAber nicht nur Strassen wurden gebaut.Links und rechts des Hafenquais spriessen neue Appartements mit Studios für Touristen aus dem Boden.Bislang noch inangenehmen Grössen. Doch munkeln Inselkenner in den Kneipen bereits davon, dass ein englischer Reiseunternehmer Billig-Touristen auf die Insel karren will.
Gebaut wird hauptsächlich von zwei Grossfamilien. Mike, der Sohn von «Anna's Studios» und für diese Zeit auch mein Vermieter,gehört zu einem der zwei Clans, denen der Grossteil der Häuser auf der Insel gehört. Geht man mit ihm durch die Strassen, erzählt er von einem Cousin da und einem Vetter dort.
In der näheren Verwandtschaft gibt es sowohl Laden besitzer wie auch einen Wirt oder Pensionsinhaber. Etwas, das ihn aber nicht zum Grössenwahn verleitet. Der junge Mann bewohnt zusammen mit seiner Mutter eine Kellerwohnung im neuerstellten Wohnblock mit Studios für Feriengäste.
Fester Wert trotz WandelDoch es gibt auch Felsen in der Brandung. Einer davon ist das Café Omonoia. Schon frühmorgens sitzen dort alte Männer mit sonnengegerbten Gesichtern und unterhalten sich lautstark über Gott und die Welt. Das alte Gebäude oberhalb des Hafens trotzt der regen Bautätigkeit bis heute. Michaelis und Maria Antonaros übernahmen das Café 1992 von Michalis Eltern,die es zuvor schon während rund 40 Jahren betrieben hatten.
Täglich sitzen sie während den Sommermonaten davor,unter den alten Bäumen auf kleinen Holzstühlen und reden unaufhörlich mit ihren Gästen. Ein Ort, den sogar die streunenden Katzen in ihr Herz geschlossen haben. Auf al le möglichen Arten versuchen sie in den Innenraum des Cafés zu gelangen, wo sich kaum jemand aufhält und der die Frage, welchem Zweck ausser dem Kochen er dient, auch nach Wochen unbeant wortet in der Luft stehen lässt.
Ein anderer ist der Kioskbetreiber, der seit eh und je den ganzen Tag auf einer Bank sitzt. Selten beteiligt er sich an einer Unterhaltung oder mischt er sich unter die Leute. Vom Café Omonoia aus sieht man wegen des grellen Lichts nur sein Profil. Auf seinem grossen Bauch kann er fast den Kopf abstützen. Doch immer wenn sich jemand dem winzigen Kiosk nähert, steht er überraschend flink auf, geht in sein kleines Hüttchen, reicht das Gewünschte durch das Fenster und sizt ehe man sich versieht wieder auf die Bank, wo er wie vorher auf den Boden starrt, gerade so, als würde er schlafen. Doch geht man vorbei und schaut ihn an, erkennt man zwischen den schweren Lidern zwei Pupillen,die einem wachsam folgen. Grüsst man ihn mit einem Nicken, grüsst er zurück – fast bewegungslos und ohne die Wimpern zu heben.
Text: © Klaus Frei - inselhuepfen.ch Mehr über Tilos:
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Hall allerseits ich war letzten Herbst mit meiner Frau auf Tilos zum Wandern und Ausspannen. Hier kurz meine Erfahrungen: Die Insel eignet sich sehr gut für fünf bis sechs interessante Touren. Vor allem zu einigen einsamen Stränden, wo man in der Vorsaison wirklich kaum jemanden trifft. Die wenigen Einheimischen auf der Insel sind sehr freundlich. Sie warten bei Ankunft der Fähre am Hafen und bieten sehr diskret und unaufdringlich Ihre Zimmer an. Die Preis für das Essen und die Unterkunft sind günstig, allerdings gibt es keine luxuriösen Hotels. Alles ist recht einfach, auch das Essen. Gruss aus Bayern
Wir waren letzten Herbst auf Tilos. Jeden Tag machten wir eine Wanderung von ca. 5 Stunden und fanden uns danach an einem Strand ein, wo man herrlich schwimmen konnte. Noch selten habe ich einen so erholsamen Urlaub verbracht. Hans